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Presse 2019-11-13T16:27:20+00:00

Windstrom für Kühlhäuser und Lkw

30.10.2019

Pressemitteilung

08.08.2019

Energiewende konkret: SH Netz hat für 4,5 Mio. Euro erste Anlage zur Aufnahme von grünem Wasserstoff ins Erdgasnetz in Schleswig-Holstein errichtet Power-to-Gas-Anlage von Wind2Gas Energy speist erste Wasserstoffmengen in Brunsbüttel auf dem Covestro-Gelände ein.

Wasserstofftankstelle von H2 MOBILITY versorgt Brennstoffzellen-Pkw mit grünem Wasserstoff

Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) hat in Brunsbüttel die erste Anlage in Schleswig-Holstein zur Einspeisung von grünem Wasserstoff ins Erdgasnetz errichtet. Hierzu hat das Unternehmen rund 4,5 Millionen Euro investiert. Betreiber der für die Wasser­stofferzeugung erforderlichen Elektrolyseanlage (Power-to-Gas-Anlage) ist die Wind2Gas Energy GmbH & Co. KG, die außerdem die Wasserstofftankstelle der H2 MOBILITY mit grünem Wasserstoff beliefert. Sowohl die Einspeiseanlage von SH Netz als auch die Power-to-Gas-Anlage von Wind2Gas Energy wurden auf dem Gelände der Covestro Deutschland AG in Brunsbüttel errichtet. Ebenfalls auf dem Gelände befindet sich die Wasserstofftankstelle, diese ist allerdings öffentlich zugänglich.

„Die Anlage zur Aufnahme von Wasserstoff aus Windenergie ins Gasnetz ist ein weiterer wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Energiewende nach dem Motto: aus der Region – für die Region“, erläutert Dr. Joachim Kabs, Technikvorstand von SH Netz. „Mit solchen konkreten Maßnahmen arbeiten wir im Rahmen der Sektorenkopplung für eine gesamthafte Energiewende im Norden.“

„Mit der Einspeisung von Wasserstoff ins Erdgasnetz wird ein wichtiger Meilenstein für die Energiewende hier in der Region erreicht“, sagt Tim Brandt, Geschäftsführer Wind2Gas Energy. „Der ganzheitliche Ansatz – Produktion von Windstrom, Umwandlung von überschüssigem Strom in Wasserstoff, die Speicherung in Tanks für die geplante Wasserstoff-Tankstelle sowie die Einspeisung der verbleibenden Menge ins Erdgasnetz wird nun am Energie- und Industriestandort Brunsbüttel erprobt und demonstriert.“

„Mit der Ansiedlung wollen wir einem jungen Unternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien die Möglichkeit geben, die Flächen und die gute Infrastruktur im Covestro Industriepark Brunsbüttel für sich zu nutzen“, sagt Günter Jacobsen, Pressesprecher von Covestro am Standort Brunsbüttel

Die Mittel zur Errichtung der Elektrolyse-Anlage werden zum Teil durch das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des SINTEG-Programms geförderte Verbundprojekt NEW 4.0 – Norddeutsche EnergieWende bereitgestellt, an dem 60 Partner aus Schleswig-Holstein und Hamburg gemeinsam den Entwicklungspfad zum Energiesystem der Zukunft erproben.

Die Wasserstofftankstelle Brunsbüttel entspricht dem neuesten Stand der Technik und stammt vom Technologieunternehmen Linde. Ihre Bedienung durch den Autofahrer ist intuitiv; das Betanken ähnelt dem konventioneller Fahrzeuge und ist in drei bis fünf Minuten abgeschlossen. Wasserstoff bietet die Möglichkeit, das Kraftstoffangebot im Verkehrssektor klimafreundlich zu erweitern, denn mithilfe von Wasserstoff, der wie in Brunsbüttel aus erneuerbarer Energie erzeugt wird, lassen sich klimaschädliche Kohlendioxid (CO2)-Emissionen deutlich senken. Der Betrieb eines Brennstoffzellen-Pkw verursacht keine lokalen Schadstoffe oder Emissionen. Die Reichweite liegt bei 500 bis 700 Kilometern pro Tankfüllung. In Brunsbüttel können täglich bis 80 Wasserstoff-Pkw versorgt werden.

Die Tankstelle wird im Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit 1.022.667 Euro gefördert. Koordiniert wird das Programm von der NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.

Bevor der in der Power-to-Gas-Anlage produzierte Wasserstoff ins Erdgasnetz gelangt, wird in der Messstrecke geprüft, ob der Wasserstoff die Anforderungen hinsichtlich Reinheit und Feuchtigkeit erfüllt. Außerdem wird die Gasmenge des Wasserstoffs gemessen. Anschließend wird der Wasserstoff in zwei Verdichtern auf den Netzdruck der Hochdruckerdgasleitung verdichtet und eingespeist. Diese redundante Ausführung gewährleistet die notwendige Verfügbarkeit der Anlage von 96 Prozent.

Die Einspeiseanlage ist vollständig fernüberwacht. Sämtliche Betriebsdaten laufen in der zentralen Netzleitstelle von SH Netz in Rendsburg zusammen. Ein Zugriff auf die Anlage durch autorisiertes Personal ist unter Anwendung modernster IT-Sicherheit auch über einen Laptop möglich. „Sowohl die Motoren der Verdichter als auch die Wärmepumpe für die Heizung des Betriebsgebäudes werden mit regenerativ erzeugtem Strom betrieben. Wir haben besonderen Wert auf einen möglichst umweltschonenden Betrieb gelegt“, erläutert Gregor Paul, Projektleiter bei SH Netz.

Den Windstrom für die Power-to-Gas-Anlage liefert der Windpark Westerbüttel, errichtet auf der Nordseite des Stadtgebiets Brunsbüttel. Die Power-to-Gas-Anlage kann in Spitzenzeiten bis zu 450 Kubikmeter Wasserstoff die Stunde produzieren. Das entspricht rund 40 Kilogramm pro Stunde. Zum Vergleich: Ein mit Wasserstoff angetriebener Brennstoffzellen-PKW kann mit einem Kilogramm ca. 100 Kilometer weit fahren.

Dithmarscher Landeszeitung 22.07.2019

So sieht ein Gasverdichter im nicht angeschlossenen „Rohzustand“ aus. Das Gerät verdichtet den Wasserstoff so, dass er dem Netzdruck in den Leitungen entspricht.

Welt 22.04.2019

von Olaf Preuß – Wirtschaftsreporter
Aus dem Himmel in den Tank

So sieht ein Gasverdichter im nicht angeschlossenen „Rohzustand“ aus. Das Gerät verdichtet den Wasserstoff so, dass er dem Netzdruck in den Leitungen entspricht.

Werner Beba (l.) und Tim Brandt mit einem Hyundai Nexo an der Elektrolyseanlage von Wind2Gas in Brunsbüttel
Quelle: Bertold Fabricius

Wasserstoff, erzeugt aus Windstrom, kann viel dazu beitragen, die Energieprobleme der Welt zu lösen. Mit einer Reihe von Projekten wollen Hamburg und Schleswig-Holstein davon gemeinsam profitieren.

An einer Brachfläche ganz am Rand des Industrieparks von Brunsbüttel stehen Container und kleine Betonbauten mit allerlei Armaturen drumherum. In einem der Container summt eine Anlage zur Elektrolyse, in der Wasserstoff erzeugt wird – mit Strom aus einem nahe gelegenen Windpark. Hier wird an der Energieversorgung der Zukunft gebaut.

„Wasserstoff kann direkt genutzt werden, zum Beispiel für die Industrie oder die Gebäudewärme, und er kann umgewandelt werden in synthetische Brenn- und Kraftstoffe für Fahrzeuge, Schiffe und die Luftfahrt“, sagt Werner Beba, Professor an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg. „Und Wasserstoff kann in Deutschlands größtem Speicher gespeichert werden: dem Erdgasnetz.“ Beba ist Koordinator des Großprojekts Norddeutsche Energiewende – NEW 4.0, zu der auch die Elektrolyseanlage im Industriepark von Brunsbüttel zählt.

Lange standen Anlagen wie diese unscheinbar im Abseits, doch nun rücken sie in den Mittelpunkt des Geschehens. Mithilfe von Wasserstoff lässt sich ein Nachschub an Energie schaffen, der nicht mehr versiegt. Wind und Wasser als Rohstoffe sind unbegrenzt verfügbar, und die Elektrolyse kostet immer weniger. An vielen Orten in Schleswig-Holstein entstehen nun Projekte zur Erzeugung von Wasserstoff aus Windstrom.

Das Land steht voller Windturbinen, vor allem an der Westküste von Brunsbüttel an der Elbmündung bis hinauf an die dänische Grenze. Windkraftwerke sind das Symbol der Energiewende in Deutschland. Sie stehen als Sinnbild aber auch dafür, dass der Umbau des Energiesystems scheitern könnte, wenn er jetzt nicht beherzt fortgeführt wird. Viele Windkraftwerke werden regelmäßig abgeschaltet, weil die Netze das Aufkommen an Windenergie heutzutage noch nicht aufnehmen können – und weil es bislang kaum Speichermöglichkeiten für den Ökostrom gibt. Die Stromverbraucher müssen die Windmüller trotzdem bezahlen, so schreibt es das Energiewendegesetz vor.

Ein Kilogramm Wasserstoff, 100 Kilometer Reichweite

Eine mögliche Lösung für dieses Problem ist, Wasserstoff gleich vor Ort zu erzeugen, so wie im Industriepark Brunsbüttel. Neben dem Container mit der Elektrolyseanlage hat Tim Brandt, Geschäftsführer des Unternehmens Wind2Gas, einen Hyundai Nexo geparkt, ein Elektro-Serienfahrzeug aus Südkorea, das mit einer Brennstoffzelle angetrieben wird. Dieses Aggregat betreibt den Vorgang der Elektrolyse umgekehrt, es führt Wasserstoff und Sauerstoff wieder zusammen. Dabei entstehen Strom und Wärme. Neben der Elektrolyseanlage baut Wind2Gas auch eine Wasserstofftankstelle, von denen es inzwischen auch in Hamburg einige gibt. Fahrzeuge wie der Hyundai Nexo werden innerhalb von drei bis vier Minuten betankt. Eine Tankfüllung genügt für gut 650 Kilometer Reichweite. „Die Elektrolyseanlage hier kann rund 40 Kilogramm Wasserstoff in der Stunde erzeugen“, sagt Brandt. „Der Tank unseres Hyundai Nexo fasst 6,3 Kilogramm.“

Wind2Gas begann Anfang des Jahres damit, seinen aus Windstrom gewonnenen Wasserstoff in das regionale Erdgasnetz einzuspeisen. Betreiber von Windturbinen in der Region hatten sich vor einigen Jahren zu dem Unternehmen zusammengeschlossen, um die Energiewende im Norden voranzutreiben. Der Energiekonzern Vattenfall kündigte Anfang April an, gemeinsam mit zwei anderen Unternehmen im Industriepark Brunsbüttel eine Elektrolyseanlage mit 50 Megawatt Leistung zu installieren, sie wäre mehr als 20 Mal so stark wie die Anlage von Wind2Gas. Vattenfall und seine Partner wollen den Wasserstoff zu synthetischem Erdgas weiterverarbeiten und davon 40 Tonnen am Tag erzeugen, es wäre weltweit das erste Projekt dieser Größenordnung.

Die Erdölraffinerie in Heide wiederum will künftig aus Wasserstoff synthetisches Kerosin für den Hamburger Flughafen herstellen. Derzeit liefert die Raffinerie im Jahr rund 350.000 Tonnen Flugzeugkraftstoff nach Fuhlsbüttel. Ein Großteil dessen könnte durch klimaneutral erzeugtes Kerosin ersetzt werden. Als Basisprodukt dafür will die Raffinerie in einer eigenen Anlage Wasserstoff aus Windstrom erzeugen.

Eine Hürde müssen die geplanten Projekte allerdings noch nehmen. Strom muss billiger werden. Neben den Stromsteuern und den Netzkosten zahlen die Stromverbraucher heutzutage auch jene Umlage, mit der die Energiewende finanziert wird. Speziell diese Kosten müssten zumindest teilweise wegfallen, um „grünen“ Wasserstoff wirtschaftlich zu erzeugen. Wind2Gas, Vattenfall und die Raffinerie in Heide bewerben sich deshalb beim Bundeswirtschaftsministerium um die Teilnahme an einem der sogenannten Reallabore. Dort sollen in den kommenden Jahren Großprojekte umgesetzt werden, die technologisch bereits realisierbar sind, die aber unter den heutigen Marktbedingungen noch zu teuer wären. Sie sind als Vorbilder für die weitere Energiewende gedacht. „Wir brauchen eine neue Marktordnung, die auf das Gesamtsystem bei der Energiewende abzielt, also auch die Verbindungen der einzelnen Energiemärkte berücksichtigt“, sagt Beba.

Schleswig-Holstein soll künftig einen großen Teil jener Ökoenergie liefern, die in Hamburg verbraucht wird, vor allem im Straßen-, Flug- und Bahnverkehr. „Die Mobilität ist bislang das Stiefkind der Energiewende“, sagt Beba. „Wenn wir diesen riesigen Markt mit klimaneutraler Energie versorgen wollen, müssen wir offen für Technologien sein – von der Batterie für Fahrzeuge über Wasserstoff für Brennstoffzellen bis hin zu synthetischen Kraftstoffen auf der Basis von Wasserstoff. Das ist unabdingbar, um das Klima wirksam zu schützen.“

In Brunsbüttel kommt der neue Markt der Mobilität bereits in Schwung. Wind2Gas erzeugt nicht nur Wasserstoff, sondern bietet auch gleich die passenden Autos an. „Wir haben schon 15 Hyundai Nexo verkauft, vorrangig an Gewerbetreibende und Firmen, die vom Sommer an hier an unserer Wasserstofftankstelle tanken können“, sagt Tim Brandt. „Der Wagen kostet derzeit rund 70.000 Euro – minus 15.000 Euro öffentlicher Förderung.“ Das ist zwar viel Geld für einen Mittelklassewagen. Aber aus seinem Auspuff kommt lediglich Wasserdampf – damit hat er immerhin den saubersten Antrieb der Welt.

Norddeutsche Rundschau 22.01.2019

Brunsbüttel: Windenergie – Wasserstoff – Erdgas

Die SH Netz AG investiert 4,5 Millionen Euro für Energiewende – eine Gasverdichterstation soll in Brunsbüttel Wasserstoff ins Erdgasnetz einspeisen.

So sieht ein Gasverdichter im nicht angeschlossenen „Rohzustand“ aus. Das Gerät verdichtet den Wasserstoff so, dass er dem Netzdruck in den Leitungen entspricht.

So sieht ein Gasverdichter im nicht angeschlossenen „Rohzustand“ aus. Das Gerät verdichtet den Wasserstoff so, dass er dem Netzdruck in den Leitungen entspricht.

Brunsbüttel | Die Schleswig-Holstein Netz AG errichtet derzeit in Brunsbüttel die erste Anlage zur Einspeisung von grünem Wasserstoff ins Gasnetz. Dafür investiert das Unternehmen rund 4,5 Millionen Euro. Betreiber der für die Wasserstofferzeugung erforderlichen Elektrolyseanlage ist die Wind-to-Gas-Energy GmbH & Co. KG. Die erste Einspeisung von Wasserstoff wird voraussichtlich Anfang März erfolgen.

„Diese Anlage zur Aufnahme von Wasserstoff aus Windenergie ins Gasnetz ist ein weiterer wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Energiewende nach dem Motto: aus der Region – für die Region“, erläutert Matthias Boxberger, Aufsichtsratsvorsitzender der Schleswig-Holstein Netz AG und Vorstandsvorsitzender der HanseWerk AG. „Mit solchen konkreten Maßnahmen arbeiten wir im Rahmen der Sektorenkopplung für eine gesamthafte Energiewende im Norden.“

Matthias Boxberger von der SH Netz AG

Der von Wind-to-Gas-Energy in Brunsbüttel produzierte Wasserstoff wird zukünftig als umweltfreundlicher Zusatz in das Erdgas von SH Netz aufgenommen. Dafür wird in einem Messraum in der neuen Einspeiseanlage die Gasqualität und -menge gemessen. Im Anschluss wird der Wasserstoff auf den Netzdruck der Hochdruckerdgasleitung von SH Netz verdichtet. Dazu baut der Netzbetreiber zwei so genannte Verdichterräume, um die notwendige Verfügbarkeit der Anlage von 96 Prozent in jedem Fall zu sichern. Auch ist die Anlage mit spezieller Elektrotechnik ausgestattet, die der Steuerung und sicherheitstechnischen Überwachung der Anlage dient.

Bei Baubeginn wurden zunächst elf Pfähle mit einer Länge von etwa 23 Metern in den Boden eingelassen, um ein sicheres Fundament für die Anlage zu gewährleisten. Der Projektverantwortliche von SH Netz, Gregor Paul, sagt: „Bis Ende des vergangenen Jahres haben wir die Hochbauarbeiten beendet, und bis März wird die Anlage dann mit der notwendigen Verfahrens- und Elektrotechnik ausgerüstet.“

„Bei der Einspeisung von Wasserstoff ins öffentliche Erdgasnetz sind mehrere Bedingungen zu erfüllen, beispielsweise in Bezug auf den Druck, die Gasbeschaffenheit und die Brenneigenschaft“, erläutert Andrea Wils, Referentin für Maßnahmenentwicklung der SH Netz AG. Während Biogas nach einer Aufbereitung die gleichen Eigenschaften wie Erdgas hat, unterscheiden sich die Eigenschaften von Wasserstoff zu Erdgas. Die Folge: Aktuell können nur begrenzte Mengen an Wasserstoff ins öffentliche Netz eingespeist werden. Wie viel Wasserstoff das konkret ist, hängt von der Kundenstruktur in Fließrichtung hinter dem Einspeisepunkt ab. So beschränkt derzeit noch eine DI-Norm den Wasserstoffanteil im Erdgas auf maximal zwei Volumenprozent, wenn eine Erdgastankstelle in der Nähe ist.

Die Endgeräte von Haushaltskunden vertragen deutlich höhere Wasserstoffanteile im Erdgas, bis zu zehn Prozent werden dort als unkritisch empfunden. Um ihre Gasnetze fit für die Energiewende zu machen, beteiligt sich SH Netz aktuell an einem Forschungsprojekt, in dem sämtliche Anlagen auf die Verträglichkeit von bis zu 20 Prozent Wasserstoff hin untersucht werden.

Autor: nr

Deutschlandfunk 10.12.2018

Windstrom zu Wasserstoff

Überschussenergie effizient verwerten

Windparks müssen immer wieder mal abgeschaltet werden, auch wenn eine steife Brise weht. Der Grund: Das Stromnetz ist überlastet. Hier sollen Energiespeicher ins Spiel kommen. Ein Projekt in Brunsbüttel versucht sich nun an einer chemischen Variante: Es will Windstrom in Wasserstoff umwandeln.

Von Frank Grotelüschen

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In einem Container in Brunsbüttel erzeugt

In einem Container in Brunsbüttel erzeugt „Wind to Gas Energy“ Wasserstoff mit Hilfe von überschüssiger Windenergie (Frank Grotelüschen / Deutschlandradio)

„Was wir jetzt sehen, ist das Herzstück der Anlage. Hier wird der Wasserstoff hergestellt. Das Wasser wird eingeleitet und aufgespalten in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff und geht dann über die Rohrleitungen hier getrennt weg.“

Brunsbüttel an der Unterelbe, ein Industriegebiet vor den Toren der Stadt. Tim Brandt von der Firma „Wind to Gas Energy“ steht vor zwei nagelneuen Containern und zeigt die Kernkomponenten der Anlage: Hier kommt das Wasser rein, 450 Liter pro Stunde. Dort wird es gereinigt, und da, im sogenannten Elektrolyseur, mit elektrischem Strom in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten. Die Ausbeute: 40 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde.

„An der Kompaktheit sieht man schon, dass die Technologie große Sprünge gemacht hat. Wenn man das vergleicht: Vor wenigen Jahren noch hätte man für die komplette Anlage mit der Leistung fast das Zehnfache an Platz gebraucht.“

Wasserstoff mobil und stationär

Der Strom, der die Anlage treibt, ist regenerativ. Er kommt per Direktleitung von einem zwei Kilometer entfernten Windpark. Das Besondere an dem Projekt: Der Wasserstoff kann auf zweierlei Weise verwertet werden. Zum einen durch eine Tankstelle direkt neben den beiden Containern.

„Wir sind dabei, Wasserstoff-Pkws hier in der Umgebung zu vermitteln, haben eine Partnerschaft mit einem Autohersteller. Das heißt, ab nächstem Jahr werden Wasserstoffautos direkt betankt werden können.“

Im Prinzip ließe sich mit der Anlage der Jahresverbrauch von 1700 Brennstoffzellen-Autos decken, sagt Brandt. Nur: In und um Brunsbüttel herum gibt es längst noch nicht so viele dieser klimafreundlichen Autos. Deshalb werden Brandt und seine Leute den größten Teil ihres Wasserstoffs ins Erdgasnetz einspeisen. Dabei aber gilt es eines zu beachten:

„Man kann nicht unendlich viel Wasserstoff ins Erdgasnetz einspeisen. Da ist man momentan begrenzt auf zwei Prozent des Volumenstroms. Da haben wir hier in Brunsbüttel einen großen Vorteil. Wir sehen hier riesengroße Industrie-Ansiedlungen, die riesige Mengen an Erdgas verbrauchen. Deswegen liegt hier eine große Transportleitung. Sodass wir den Standortvorteil haben, nennenswerte Wasserstoffmengen ganzjährig einspeisen zu können.“

Wirkungsgrad: 70 Prozent

Andere Pilotprojekte gehen einen alternativen Weg und wandeln regenerativ erzeugten Wasserstoff in einem zweiten Schritt in Methan um. Dieses nämlich lässt sich quasi unbegrenzt ins Erdgasnetz einspeisen. Tim Brandt aber hält das schlicht für unwirtschaftlich.

„Wenn man diesen zweiten Schritt noch macht, verdreifacht das ungefähr die Investition. Das wäre in dieser Phase überhaupt nicht darstellbar gewesen. Und wir denken auch, dass Wasserstoff eher ein höherwertiges Gut ist als Erdgas.“

Die Anlage hat einen Wirkungsgrad von 70 Prozent, kann also immerhin 70 Prozent des Windstroms in Wasserstoff umwandeln. Anfang 2019 soll sie in Betrieb gehen und beweisen, dass man Wasserstoff nicht nur zuverlässig erzeugen, sondern für zwei Zwecke gleichzeitig verwenden kann – als Treibstoff und fürs Gasnetz.

Die EEG-Umlage verteuert die Wasserstoffproduktion

„Wir werden hier eine intelligente Steuerung installieren, die all diese verschiedenen Komponenten umfasst. Um zu zeigen, dass erneuerbare Energien mittlerweile auch intelligent betrieben werden können und nicht so wie es die Kritiker sagen: Strom ist da, wenn der Wind weht, und wenn zu viel da ist, dann ist das eben Pech. Da wollen wir zeigen, dass die Technologien schon viel weiter sind.“

Eines aber wurmt Brandt und seine Leute: Sie verbrauchen den Überschussstrom aus dem Windpark gar nicht, sondern speichern ihn nur. Dennoch müssen sie dafür die EEG-Umlage zahlen. Und das, sagt Brandt, wird die Wasserstoffproduktion unnötig verteuern.

Wasserstoff aus Windstrom

Betrieb der Elektrolyse-Anlage von Wind to Gas Energy vor dem Start

Überschüssigen Windstrom nutzen: Tim Brandt und Simon Brinckmann, Leiter Industriepark-Marketing bei Covestro in Brunsbüttel, vor dem Neubau der Elektrolyse-Anlage.
Fotos: Covestro

Brunsbütteler Zeitung vom 13. Juli 2018

Das Unternehmen Wind to Gas Energy hat im Industriepark Brunsbüttel mit dem Bau einer Elektrolyse-Anlage zur Herstellung von Wasserstoff begonnen.

Sie soll im Rahmen eines Forschungsprojekts mit Windenenergie betrieben werden und im Sommer in Betrieb gehen. Die Firma investiert in Brunsbüttel etwa vier Millionen Euro. Überschüssigen Windstrom zu nutzen statt Windkraftanlagen wegen Netzüberlastung abschalten zu müssen – Geschäftsführer Tim Brandt, Geschäftsführer und Gesellschafter von Wind to Gas Energy sieht darin eine große Chance. „Es geht darum, Strom- und Gasnetze intelligent aufeinander abzustimmen.“ Das wissenschaftlich begleitete Forschungsvorhaben wird bis Ende 2020 vom Bund gefördert. Ziel ist es, Lösungen für eine wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung der Zukunft zu entwickeln. Unter anderem soll eine Wasserstofftankstelle beliefert werden, die im Industriegebiet entstehen soll. Die Elektrolyse-Anlage mit einer Leistung von 2,4 MW entsteht auf einem etwa 20 mal 30 m großen Baufeld auf der Nordseite des Industrieparks am Holstendamm. Zum Einsatz kommt eine Technologie, die in zwei Containern untergebracht ist. Dabei wird destilliertes Wasser durch Windstrom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Den Strom für die Elektrolyse bezieht das Unternehmen aus fünf Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 15 Megawatt. Sie stehen westlich der Fritz-Staiger-Straße (L 138). Über eine neue, rund sechs Kilometer lange Kabeltrasse, die bis zu 27 m tief unter dem Nord-Ostsee-Kanal hindurch führt, fließt der Strom aus dem Windpark in die Anlage im Industriepark.

In Spitzenzeiten können in der Elektrolyse bis zu 450 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde produziert werden. Gerechnet wird dies bei einem Druck von 30 bar. Die Menge entspricht etwa 40 Kilogramm. „Ein Pkw mit Elektro-Antrieb sowie eingebauter Brennstoffzelle kann damit eine Strecke von 4.000 Kilometern zurücklegen“, so Tim Brandt. An der Tankstelle zahlen Autofahrer aktuell 9,50 Euro pro Kilogramm Wasserstoff. Damit sind etwa 100 Kilometer zurückzulegen.

Der von Wind to Gas Energy produzierte Wasserstoff wird erstrangig vor Ort in ein öffentliches Netz eingespeist. Die technischen Voraussetzungen dafür will die Schleswig-Holstein Netz AG mit dem Bau einer neuen Verdichtungs- und Einspeisestation schaffen. Mit dem Strom aus dem eigenen Windpark wäre es möglich, jährlich rund 180.000 Kilogramm Wasserstoff herzustellen.

Autor: Michaela Reh, Boyens Medien Brunsbüttel

Kommt Zeit – kommt Wasserstoff

Die Westküste als Vorzeige-Region: eine erneuerbare Energieform zwischen Chancen, Möglichkeiten und Hemmnissen

Husumer Nachrichten (sh:z) – 04.04.2018

NORDFRIESLAND Dieser Treibstoff könnte den „echten Norden“ auf eine neue Ebene heben: Wasserstoff. Doch keine Vorreiterrolle fürs Land ohne geänderte Rahmenbedingungen vom Bund. Diese Botschaft nahmen rund 40 Gäste aus einer Podiumsdiskussion mit, die der Wirtschaftsrat der CDU im Husumer Hotel Altes Gymnasium veranstaltete. Dabei traf eine illustre Expertenrunde auf Dr. Bernd Buchholz, den Landesminister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus. Moderiert wurde der Gedanken- und Wissensaustausch von Dr. Martin Grundmann, Geschäftsführer der Breklumer Arge Netz GmbH und Sprecher der Wirtschaftsrats-Sektion Nordfriesland.

„Erneuerbare Wasserstoffnutzung in Schleswig-Holstein“ – dieses Thema lockte auch eine Koryphäe aus dem Breisgau an die Nordsee: Dr. Christopher Hebling, Koordinator des Geschäftsfeldes Wasserstoff-technologien am Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme (ISE) mit Sitz in Freiburg. Der weit gereiste Gastredner ordnete die Wasserstoff-Technologie in den Kontext der Energiewende ein. Während man früher Strom und Wärme nach Bedarf produziert und bereitgestellt habe, gehe es heute darum, den Anteil der erneuerbaren Energien zu maximieren. „Laut Bloomberg werden bis 2040 auf diesem Sektor 7,4 Billionen US-Dollar investiert, also etwa 400 Milliarden pro Jahr“,  zitierte Hebling die Prognose eines renommierten Informations- und Finanzdienstleisters. Mit Hinweis auf  das Hydrogen Council – eines Zusammenschlusses von Vertretern führender Industrie-Unternehmen, die sich im vergangenen November im Rahmen der UN-Klimakonferenz in Bonn getroffen hätten und deren Zahl mittlerweile auf 40 angewachsen sei – machte Hebling das immense Potenzial deutlich: Im großen Stil eingesetzt, könnte Wasserstoff ein Fünftel aller bis 2050 verwendeten Energieformen ausmachen. Das würde den derzeit jährlichen CO2-Ausstoß um etwa sechs Giga-Tonnen senken – ein Beitrag zu 20 Prozent niedrigeren Emissionen, die notwendig seien, um das Zwei-Grad-Ziel der internationalen Klimaschutz-Politik zu erreichen.

Das Land zwischen den Meeren als Wasserstoff-Pionier: Welche Möglichkeiten und Chancen sich in Schleswig-Holstein ergeben, das machten allein schon drei der vier „konkreten Anwendungs-projekte“ (Grundmann) deutlich, die an diesem Abend in Husum kurz vorgestellt wurden.

 

Dabei erklärte zunächst Tim Brandt, Geschäftsführer der Wind to Gas Energy GmbH in Brunsbüttel, wie sich unter anderem über eine 2,4 – Megawatt-Windkraftanlage der Treibstoff-Bedarf von 1740 Autos decken lässt. Allerdings nehme Deutschland auf dem Energiewende-Index lediglich Platz 16 ein (die führenden Länder sind Schweden, Norwegen und die Schweiz). „Ohne Anpassung der Rechtsform kriegen wir die PS nicht auf die Straße“, forderte Brandt eine Anpassung von investitionshemmenden Entgelt-, Umlagen- und Abgaberegelungen. Reinhard Christiansen, Geschäftsführer der Bürgerwindpark Ellhöft GmbH, deren 50 Mitglieder voll auf die Wasserstoff-Produktion setzen, nahm in diesem Zusammenhang das Wort „Blödsinn“ in den Mund: „Wir haben so viel Energie und holen sie trotzdem noch vom Scheich.“ Die Technik sei vorhanden, man müsse sie nur umsetzen.

Wasserstoff sei über die Brennstoffzelle (wo dieser mit Sauserstoff reagiert) vor allem auch einsetzbar für schwere Transporte, für lange Strecken – „ohne zwischendurch neu aufzutanken“. Darauf wies Martin Grundmann hin, dessen Arge Netz sich auf die Fahnen geschrieben hat, konzentriert an Systemlösungen für eine sichere, bezahlbare und klimagerechte Versorgungssicherheit auf Basis von erneuerbaren Energien zu arbeiten. Für ihn sei entscheidend, die Bürger mitzunehmen und eine breite Akzeptanz für die Wasserstoff-Technologie zu schaffen, sage Werner Weßling. „Die Welt kommt nicht auf uns zu, sondern wir müssen sie gestalten“, so der Gas-Programm-Manager der Eon-Metering GmbH in Essen.

„Den Wirtschaftsminister interessiert im Wesentlichen, welche Chancen sich aus welchen neuen veränderten Technologien für die wirtschaftliche Prosperität des Landes ergeben“, erklärte Buchholz. Es sei „wahnsinnig viel technisch möglich und für uns hier im Lande auch sinnvoll“ – aber es sei auch so, „dass nicht alle in der ganzen Republik Beifall klatschen“. Gleichwohl müsse der regulatorische Rahmen in Berlin angefasst werden. Sein Job sei es, so Buchholz, alles dafür zu tun, damit Schleswig-Holstein die Chance nutzen könne, beim Thema Wasserstoff eine Vorreiterrolle einzunehmen. „Am Ende muss es auch der Markt richten.“ lap

 

 

Wasserstoff-Tankstelle geplant

Projekt Wind to Gas erhält den Zuschlag von H2 Mobility

Brunsbütteler Zeitung – 21.03.2018

Brunsbüttel: Das Betreiberkonsortium H2 Mobility will in der Schleusenstadt eine Wasserstoff-Tankstelle für Autos errichten. Das geschehe außerhalb der regulären Netzplanung, wie das Unternehmen mitteilt, und stehe im Zusammenhang mit dem Projekt Wind to Gas. Ein Eröffnungstermin steht noch nicht genau fest.

Mit einem sogenannten Standortaufruf hatte die H2 Mobility Deutschland GmbH & Co. KG im vergangenen Sommer zur Bewerbung um eine Wasserstofftankstelle aufgefordert. Es mussten mindestens 15 unterschriebene Absichtserklärungen zum Kauf eines wasserstoff-betriebenen Pkw als Voraussetzung vorliegen. 13 Regionen hatten daraufhin insgesamt mehr als 400 solcher Willensbekundungen von Unternehmen und  Privatpersonen präsentiert. Überzeugt hätte unter anderem die Bewerbung der Gesellschaft Wind to Gas aus Brunsbüttel mit den mehr als 100 Unterzeichnern. „Offensichtlich gibt es in der Region viele Menschen, die saubere, wasserstoffbetriebene Fahrzeuge wollen und die bereit sind, in diese neue Technologie zu investieren“, sagt Lorenz Jung, der den Aufruf geleitet hat und bei der H2 Mobility für den Tankstellen-Aufbau verantwortlich ist. Mit Wasserstoff betriebene Autos würden – in drei Minuten betankt – über Reichweiten von 500 bis 800 Kilometer verfügen. Die Gesellschaft Firma Wind to Gas hat die Jury mit ihrem Konzept überzeugt: Sie will überschüssigen Windstrom in Wasserstoff umwandeln. Eine entsprechende Anlage, die bereits in Belgien hergestellt worden ist, soll im Industriepark Brunsbüttel errichtet werden. Der Bau dauert  einige Wochen und soll nach Ostern starten. Das Investitionsvolumen beträgt vier Millionen Euro. Wind-to-Gas hat einen eigenen Windpark, zu  dem fünf Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 15 Megawatt gehören, auf der Nordseite, dessen Strom durch den sogenannten Elektrolyse-Prozess in Wasserstoff umgewandelt wird. Die Windkraftanlagen stehen westlich der Fritz-Staiger-Straße (L138) und östlich des  Bauernwegs sowie nördlich der Bundesstraße 5 auf drei Teilflächen. Die Umwandlung und Speicherung soll im Industriegebiet-Süd erfolgen. „Ein Teil des produzierten Wasserstoffs soll ins Erdgasnetz eingespeist werden“, so Tim Brandt. Mit dem restlichen Teil soll die Wasserstoff-Tankstelle beliefert werden, die auch im Industriegebiet entstehen soll. „Wir freuen uns, dass wir den Zuschlag erhalten haben. Wir hatten schon lange darauf gewartet“, sagt Tim Brandt, Geschäftsführer der jungen Gesellschaft Wind to Gas, die bereits ein Batteriespeicherkraftwerk auf der Südseite betreibt. Um möglichst viele Wasserstoff-Fahrzeuge zur Verfügung zu haben, stünde Wind to Gas bereits mit verschiedenen Automobilherstellern in Kontakt.

Künftig soll es auch in Brunsbüttel eine Wasserstoff-Tankstelle für Autos geben.
Fotos: Roessler

Die drei Wasserstoffstationen die neben Brunsbüttel auch in Oldenburg und Siegen entstehen, werden durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) gefördert.

Autor: Michaela Reh, Boyens Medien Brunsbüttel

 

Wasserstoff als Kraftstoff

Wasserstofffahrzeuge haben Reichweiten um die 500 Kilometer und tanken wie herkömmlich an Tankstellen in nur drei Minuten. Meist werden die Wasserstoffstationen in existierenden Tankstellen integriert. Die Konstruktion ist platzsparend und setzt überwiegend auf standardisierte  Komponenten. Die H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co. KG ist verantwortlich für den flächendeckenden Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur zur Versorgung von Pkw mit Brennstoffzellenantrieb (700 bar Technologie) in Deutschland. Erstes Ziel bis 2019 ist der Betrieb von 100 Stationen in sieben deutschen Ballungszentren sowie entlang Fernstraßen und Autobahnen. Mit dem Hochlauf der Fahrzeugzahlen sollen dann bis zu 400  Wasserstoffstationen eine flächendeckende Versorgung sicherstellen.

ADS-TEC Hochleistungsbatterie mit 2,5 MW in Schleswig-Holstein am Netz

Neuer Großspeicher mit 2,5 Megawatt Leistung am Standort der Wind to Gas Energy GmbH & Co. KG in Brunsbüttel.

Windkraft-Journal –

Die Speicheranlage wird zur Netzregulierung, für Primärregelenergie und zur Erforschung des Smart Grid eingesetzt und ist an das Stromnetz der Stadtwerke Brunsbüttel angeschlossen.

(WK-intern) – Um einen langfristigen Wechsel zu erneuerbaren Energieträgern zu vollziehen, gilt es den Energiefluss aus volatilen Erzeugern im Netz zu verstetigen.

In Schleswig-Holstein gibt es viel erneuerbare Energie durch Wind.
Hier sind vor allem intelligente und hochflexible Energiespeicherlösungen gefragt, um künftige Stromnetze vor Engpässen sowie einer Überlastung zu schützen.

Betrieben wird das Speicherkraftwerk durch das erst zwei Jahre junge Energieunternehmen Wind to Gas Energy GmbH & Co. KG, das einen eigenen Windpark mit 15 Megawatt betreibt und sich hauptsächlich zur Aufgabe macht, Energiespeicherung durch Wandlung in Gas zu nutzen und die Marktoptimierung von Speichertechnologien voranzutreiben. Im Gegensatz zur Gas-Speicherung hat die Lithium-Ionen-Batterietechnologie den Vorteil der ausgesprochen hohen Flexibilität. Innerhalb von Millisekunden kann Strom aus dem Netz aufgenommen und genauso schnell wieder abgegeben werden. Wind to Gas arbeitet für den Netzbetreiber Tennet, der diese Dienstleistung für einen stabilen Stromfluss benötigt. Als Forschungsprojekt wird die Anlage durch das Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Es ist Teil der Norddeutschen Energiewende 4.0 und damit eines der ersten Großprojekte zur Netzstabilisierung, das durch Initiative der Bundesregierung im Norden realisiert worden ist.

Das neue StoraXe Batteriekraftwerk von ADS-TEC am Standort in Brunsbüttel ist ein Hochleistungssystem mit 2,5 Megawattstunden Kapazität und 2,5 Megawatt Leistung, das in einer Stunde komplett be- und entladen werden kann und in Millisekunden große Energiemengen aus dem Netz aufnimmt oder abgibt. So entsteht ein hochdynamischer Puffer, um Energiespitzen im Stromnetz zu glätten und die volatile Erzeugung aus erneuerbarer Energie konstant verfügbar zu machen. Um die Dimension des Speicherkraftwerks zu veranschaulichen, lässt sich die Kapazität mit der von rund einer Million Handy-Akkus vergleichen.

Bei der Anlage handelt es sich um ein Komplettsystem inklusive Trafo, Wechselrichter, Steuerung und Klimatisierungstechnologie. Sie ist direkt an das Stromnetz der Stadtwerke Brunsbüttel angeschlossen. In nur acht Monaten wurde die Anlage von ADS-TEC schlüsselfertig erstellt und in den Leitstand der Stadtwerke Brunsbüttel integriert. Sie wurde wie alle bisherigen Batteriespeicheranlagen von ADS-TEC auf Anhieb präqualifiziert. „Wir freuen uns, dass wir die Anlage in so kurzer Zeit realisieren konnten und sie reibungslos für den regulären Betrieb übergeben werden konnte“, freut sich ADS-TEC Projektleiter Helmut Söldner.

Das Batteriekraftwerk wird zu Forschungszwecken am Smart Grid der Zukunft eingesetzt. Gemeinsam mit dem Frauenhofer-Institut ISIT aus Itzehoe werden alternative Betriebskonzepte für Batteriespeicher untersucht. Wind to Gas denkt an weitere Batteriespeicherkraftwerke: „Auch Industriebetriebe könnten davon profitieren, wenn diese Akkus ihre Lastspitzen ausgleichen“, sagt Tim Brandt, Geschäftsführer Wind to Gas Energy.

ads-tec GmbH – Technik für Profis – 100% Made in Germany
ADS-TEC ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Nürtingen bei Stuttgart und gegenwärtig rund 240 Mitarbeitern. Das Unternehmen entwickelt und produziert hochwertige und langzeitverfügbare Industrial-IT-Systeme sowie skalierbare Lithium-Ionen-Batteriespeicherlösungen inklusive Energiemanagementsysteme für den Heim-, Industrie- und Infrastrukturbereich.
ADS-TEC Geschäftsführer Thomas Speidel ist Präsident des Bundesverbandes Energiespeicher (BVES) e.V. und im Vorstand der StoREgio Energiespeichersysteme e.V. Durch Initiativen in zahlreichen von Bund und Ländern geförderten Projekten steht ADS-TEC in enger Verbindung zu Unternehmen und Forschungseinrichtungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Batteriespeicher gegen den Druck im Stromnetz

SH Magazin 02.01.2018 

Mal gibt es starke Böen, mal gar keinen Wind. Der Ausbau der erneuerbaren Energien setzt das deutsche Stromnetz immer stärker unter Druck. Der große Netzbetreiber Tennet musste 2017 nach einer vorläufigen Schätzung wegen unzureichender Leitungskapazitäten fast eine Milliarde Euro für sogenannte Noteingriffe ins Netz zahlen. Die Eingriffskosten lagen 2015 noch deutlich niedriger bei 710 Millionen Euro, im windschwachen Jahr 2016 sogar nur bei 660 Millionen Euro. Neben den überregionalen Stromleitungen fehlen vor allem Stromspeicher. Ein Jungunternehmer aus Brunsbüttel im Kreis Dithmarschen will dagegen etwas tun: Tim Brandt hat den ersten größeren Batteriespeicher im Land in Betrieb genommen. Seine Lithium-Ionen-Akkus haben eine Speicherkapazität in der Größe von einer Million Smartphone-Akkus.

Speicher reagiert in Millisekunden auf Schwankungen

Vor zweieinhalb Jahren hatte Tim Brandt das Start-up-Unternehmen Wind to Gas Energy mit gegründet. Er suchte nach passenden Technologien und Investoren und kämpfte um Fördergelder – mit Erfolg. „Ich komme hier aus der Region und habe seit der Kindheit miterlebt, wie die Energiewende sich entwickelt hat“, sagt der 26-Jährige Jungunternehmer. „Nun geht es in meiner Generation darum, den nächsten Schritt, den Weg der Speicherung zu begleiten.“ In den zwei Containern des Batteriespeichers misst eine Steuerungssoftware permanent die Frequenz im Netz. „Das tolle an dem Speicher ist, dass er in Millisekunden auf Frequenzschwankungen im Netz reagiert“, erklärt Brandt. „Bei einer Änderung im Netz reagiert der Speicher sofort und speist automatisch Strom ein oder zieht ihn raus.“ Der Strom aus dem Netz fließt über einen Trafo in die Wechselrichter und dann in die Speichercontainer – oder umgekehrt ins Netz wieder rein.

Verbraucher zahlen für Noteingriffe

Im Moment gleichen konventionelle Kraftwerke solche Schwankungen aus. Im stürmischen Herbst und Winter müssen im Norden immer wieder Gas- und Kohlekraftwerke heruntergefahren oder Windparks gegen Kostenerstattung abgeschaltet werden, weil sonst mehr Strom produziert würde als die Netze aufnehmen können. Damit im Süden nicht die Lichter ausgehen, müssen dort konventionelle Reservekraftwerke hochgefahren werden. Oft kommt die Netzreserve auch aus Österreich. Auch dafür müssen die Netzbetreiber wie Tennet Entschädigung zahlen. Die Kosten für die Noteingriffe werden über die sogenannten Netzentgelte auf den Strompreis umgelegt und landen am Ende beim Verbraucher.

„Die Stabilisierung der Netze kostet uns alle viel Geld“

Seit November läuft im Brunsbütteler Industriepark ein Batteriespeicherkraftwerk. Hier sieht man die Trafo- und Wechselrichtereinheit. 

„Das Netz ist wegen des starken Zubaus der Erneuerbaren weiter extrem belastet. Wir brauchen zwingend ein Energiewende-Netz, also die vom Gesetzgeber bereits beschlossenen Netzausbauprojekte“, fordert Tennet-Geschäftsführungsmitglied Lex Hartmann. „Bis dahin sind Netzengpässe, hohe Kosten für die Verbraucher und eine zunehmend instabile Versorgung die harte Wirklichkeit.“ Auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, sieht Milliardenkosten auf die Verbraucher zukommen: „Die Stabilisierung der Netze ist komplexer geworden und kostet uns alle viel Geld. Diese Kosten sinken erst durch die großen Stromleitungen“, sagt Homann. Allerdings hält der Behördenchef die Versorgung auch in der Zwischenzeit bis zum Start der neuen Leitungen für sicher: „Eine Warnung vor Stromausfällen bis dahin wäre übertrieben.“

Rechnet sich der Stromspeicher?

Die Anlage von Tim Brandt im Brunsbüttler Industriepark hat zwei Millionen Euro gekostet. Netzbetreiber Tennet bezahlt für die Dienstleistung. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt mit 400.000 Euro. Brandt hat aber auch hohe Kosten. Er muss allein für den Netzanschluss 400.000 Euro bezahlen – als wäre er ein normaler Verbraucher. Dabei entlastet Brandt mit der Anlage das Netz. „Die Politik hat noch nicht richtig erkannt, wie man mit solchen neuen Technologien rechtlich umgehen soll. Da sehen wir noch große Hürden und haben die Befürchtung, dass wir in der Wirtschaftlichkeit nicht so zurechtkommen.“ Er hofft, dass die Preise für seine Speicherdientsleistung steigen, wenn immer mehr konventionelle Kraftwerke vom Netz gehen.

 

Batteriespeicher in Brunsbüttel – Wind to Gas Energy | SH Magazin 02.01.2018

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Ziel ist ein stabiles Netz

Neues Batteriespeicherkraftwerk geht diese Woche an den Start

Brunsbütteler Zeitung – 30.10.2017

Brunsbüttel: Noch in dieser Woche fällt der Startschuss: Dann soll das nagelneue Batteriespeicherkraftwerk im Brunsbütteler Industriepark auf der Südseite gegenüber des Yara-Werkes in Betrieb gehen. die beiden containergroßen Lithium-Ionen-Akkus sind bereits am vergangenen Donnerstag aufgestellt worden.

Das Kraftwerk hat eine Spitzenleistung von 2,5 Megawatt und kostet rund zwei Millionen Euro. Die Anlage ist bereits an das Stromnetz der Stadtwerke Brunsbüttel angeschlossen. „Zurzeit fließt allerdings noch kein Strom“, sagt Tim Brandt, Geschäftsführer der jungen Gesellschaft Wind to Gas, die das Batteriespeicherkraftwerk betreibt. Der Speicher kann innerhalb von Millisekunden Strom aufnehmen oder abgeben. Trafos und Wechselrichter helfen dabei. „Die Kapazität der beiden Akkus entspricht der von einer Million Smartphone-Akkus.“ Die Anlage soll Schwankungen im Netz ausgleichen: „Ziel ist es, das Netz stabil zu machen“, sagt Tim Brandt, Geschäftsführer von Wind to Gas. Wenn beispielsweise ein konventionelles Kraftwerk ausfällt, kommt es kurzfristig zu Überlastungen im Netz. „Genau dann schießt der Batteriespeicher den fehlenden Strom in Millisekunden ins Netz ein“, sagt Tim Brandt. Im umgekehrten Fall, wenn zu viel Strom produziert wird, nimmt der Speicher Strom auf, Wind to Gas arbeitet für den Netzbetreiber Tennet, der diese Dienstleistung für den stabilen Stromfluss benötigt. Der Preis der Dienstleistung wird dabei durch eine wöchentliche Ausschreibung, orientiert an Angebot und Nachfrage, bestimmt. Als Forschungsprojekt wird die Anlage durch das Bundeswirtschaftsministerium gefördert. „Es ist Teil der Norddeutschen Energiewende 4.0 und damit das erste Großprojekt, das im Norden realisiert worden ist. Die Stadtverwaltung hat uns bei den Planungen sehr gut begleitet“, sagt Brandt, der seit Gründung des Unternehmens im Jahr 2015 dabei ist. Ein weiterer Projektpartner ist das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie aus Itzehoe (ISiT). Gemeinsam mit dem ISiT werden alternative Betriebskonzepte für den Batteriespeicher erforscht. Wind to Gas möchte gern weitere Batteriespeicherkraftwerke betreiben: „Auch Industriebetriebe könnten davon profitieren, wenn diese Akkus ihre Lastspitzen ausgleichen“, sagt Tim Brandt. Die Gesellschaft Wind to Gas hat noch einiges vor: Sie möchte aus Windstrom zunächst Wasserstoff erzeugen. Eine entsprechende Anlage, die bereits in Belgien hergestellt worden ist, soll in Kürze im Industriepark Brunsbüttel errichtet werden. Das Investitionsvolumen beträgt vier Millionen Euro. Wind to Gas hat einen eigenen Windpark auf der Nordseite, zu dem fünf Windkraftanlagen mit einer  Gesamtleistung von 15 Megawatt gehören. Dessen Strom wird durch den sogenannten Elektrolyse-Prozess in Wasserstoff umgewandelt. Die Windkraftanlagen stehen westlich der Fritz-Staiger-Straße (L138) und östlich des Bauernwegs sowie nördlich der Bundesstraße 5 auf drei Teilflächen.

Wind to Gas: Geschäftsführer Tim Brandt vor dem neuen Batteriespeicherkraftwerk.
Fotos: Reh

Letzte Arbeiten vor der Inbetriebnahme: Neben den beiden Akkus gehören auch ein Trafo und ein Wechselrichter zum Batteriespeicherkraftwerk.

Die Umwandlung und Speicherung soll im Industriegebiet-Süd erfolgen. „Der produzierte Wasserstoff soll ins Erdgasnetz eingespeist werden“, so Tim Brandt. „Weiterhin bemühen wir uns intensiv um die Errichtung einer Wasserstoff-Tankstelle in Brunsbüttel.“ Wichtiger Projektpartner ist die Firma Enercon. In der erst im Mai 2015 gegründeten Gesellschaft mit Sitz in Brunsbüttel am Elbehafen sind insgesamt 15 Kommanditisten vereint, die gemeinsam mit Gesellschafter Enercon einen Markt im Bereich der Erneuerbaren Energien wittern.

Autor: Michaela Reh, Boyens Medien Brunsbüttel

Die Erneuerbaren Energien und das Stromnetz

Unternehmertreffen im Zeichen von erneuerbaren Energien

Christian Holst begrüßte die Teilnehmer und stellte die Referenten vor.

 

Tm Brandt (Projektleiter W2G) erläuterte das Projekt „Wind to Gas“.

Tim Brandt: „Wir wollen weit mehr als nur Strom produzieren“

Norddeutsche Rundschau – 28.06.2017

Dägeling, 13.06.2017 – Chancen und Herausforderungen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien sind beim jüngsten Unternehmertreffen der egeb: Wirtschaftsförderung in Dägeling intensiv diskutiert worden. Nachdem Netzcenter-Leiter Dirk Jakobi die Aufgaben der Schleswig-Holstein Netz AG vorgestellt hatte, stand eine Innovation im Mittelpunkt des Interesses, die noch in diesem Jahr in Brunsbüttel verwirklicht werden soll. Tim Brandt, Projektleiter der Wind to Gas Südermarsch, erläuterte das so genannte „Multi-Megawatt Hybrid-Speicherprojekt“, bei dem mit Hilfe von Windenergie ein Batteriespeicher gefüllt und eine Anlage zur Gewinnung von Wasserstoff betrieben werden soll.

„Viele reden zwar immer von Energiewende, meinen aber eigentlich immer eine reine Stromwende. Wir aber wollen weit mehr als nur Strom produzieren“, erklärte der Leiter des Projekts, das durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird und einen Baustein der Norddeutschen EnergieWende (NEW 4.0) darstellt. Mitten im Industriepark Brunsbüttel soll im Spätsommer der erste Spatenstich für zwei Anlagen erfolgen. Dann errichtet die Wind to Gas Südermarsch dort eine Elektrolyseanlage. Der so gewonnene Wasserstoff wird in das Gasnetz der Stadt eingespeist, soll aber auch bei anderen Abnehmern – und auch zum Beispiel an Gastankstellen – Verwendung finden.

Der ebenfalls geplante Batteriespeicher hingegen soll dazu dienen, Stromschwankungen im Netz auszugleichen. Beide Anlagen werden direkt durch Strom aus Windenergieanlagen auf der anderen Kanalseite gespeist. Tim Brandt hofft, dass die Anlagen bereits im Herbst 2017 in Betrieb gehen können. Der Projektleiter plädierte für eine ganzheitliche Betrachtung der Energiewende und erhofft ein Umdenken in der Politik, damit Strom, aber auch Gasprodukte leichter in der Region vermarktet werden können.

Zuvor hatte Dirk Jakobi die Bedeutung der Schleswig-Holstein Netz AG erläutert, die zu 50,1 Prozent der Hansewerk und zu 49,9 Prozent den Kommunen im Land gehört. „Wenn alles gut geht, kein Strom oder die Gasversorgung ausfällt, kommt der Endverbraucher in der Regel gar nicht mit uns in Berührung, da er die Verträge direkt mit den Strom-und Gaslieferanten gemacht hat“, erklärte der Netzcenter-Leiter. Die Niederlassung in Dägeling ist für die Leitungen verantwortlich, über die 99 Kommunen im Kreis Steinburg versorgt werden. Dazu gehören unter anderem 13 Umspannwerke, 1161 Ortsnetzstationen und mehr als 33.000 Netzanschlüsse allein im Bereich Strom. Dabei beträgt das Budget für Investitionen und Instandhaltung, das Dirk Jakobi und seinem 45-köpfigen Team zur Verfügung steht, knapp 15 Millionen Euro pro Jahr.

In der Überleitung auf den Vortrag von Tim Brandt, ging Jakobi noch einmal auf das Hauptproblem des „Abtransports“ von Windstrom ein. Der Strom, der in Schleswig-Holstein produziert wird, könne noch nicht „über die Elbe“. Benötigt würde er aber in den weiter südlich liegenden Ballungszentren, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen. Die Aussage führte dann zu einer Diskussion über den Nutzen von vor Ort produzierter, aber ungenutzter Energie. „Egal was passiert, am Ende zahlt es der Stromverbraucher.“ Mit diesen Worten brachte Dirk Jakobi auf den Punkt, was viele Teilnehmer beim egeb-Unternehmerabend dachten und auch sagten.

Den Vorträgen vorausgegangen war eine Begrüßung durch Christian Holst von der egeb: Wirtschaftsförderung und ein kurzes Grußwort von Tina Johannsen, stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Dägeling. Auch die Bundestagsabgeordneten Dr. Karin Thissen und Mark Helfrich gehörten diesmal zu den Gästen der Veranstaltung in den Räumen der Schleswig-Holstein Netz AG.

Mar 22, 2017
Hydrogenics Awarded 2.4 MW Power-to-Gas Plant in Germany

Latest win brings Hydrogenics Power-to-Gas Portfolio of Projects to over 20 MW

Mississauga, Ontario – March 22, 2017 – Hydrogenics Corporation (NASDAQ: HYGS; TSX: HYG), a leading developer and manufacturer of hydrogen generation and hydrogen-based power modules, today announced that it has entered into an agreement with Wind to Gas Südermarsch GmbH & Co. KG in Germany to deliver a 2.4 megawatt PEM Power-to-Gas system for hydrogen production. Located in Brunsbüttel, Germany, the installation will use Hydrogenics’ electrolysis technology to directly convert excess wind energy into hydrogen. The hydrogen will then be fed into the local natural gas pipeline, helping to reduce the region’s carbon footprint. Incentives for wind energy that cannot be fed into the grid will be phased out in the coming years; therefore wind investors are looking for innovative long-term solutions. The Südermarsch plant is expected to be up and running this year; additional terms were not disclosed.

“We are excited to work with Hydrogenics using wind power to create renewable hydrogen,” stated Tim Brandt, Project Manager of Wind to Gas Südermarsch. “Hydrogenics not only offered a compelling technological solution but also unmatched experience – underscored by over 500 reference sites in the past 20 years.”

“Entering this important partnership will bring our world-leading PEM electrolysis technology to the Südermarsch operation,” added Daryl Wilson, President & CEO of Hydrogenics. “This 2.4 megawatt facility will greatly help reduce emissions through the use of renewable hydrogen. With over 20 megawatts of energy storage plants commissioned or being built around the globe, Hydrogenics is clearly leading the Power-to-Gas market.”

About Hydrogenics

Hydrogenics Corporation is a world leader in engineering and building the technologies required to enable the acceleration of a global power shift. Headquartered in Mississauga, Ontario, Hydrogenics provides hydrogen generation, energy storage and hydrogen power modules to its customers and partners around the world. Hydrogenics has manufacturing sites in  Germany, Belgium and Canada and service centers in Russia, China, India, Europe, the US and Canada.

Spatenstich für Wind-to-Gas-Anlage im Frühjahr

Millionen-Forschungsvorhaben im Industriegebiet wird mit Bundesmitteln gefördert

Wind-to-Gas Südermarsch

Spatenstich im Frühjahr: Tim Brandt (rechts) und Volker Jahnke von der Egeb stehen auf der Fläche in Ostermoor, auf der die Wind-to-Gas-Anlage gebaut wird.
Foto: Schmid

Brunsbütteler Zeitung – 07.01.2017
Brunsbüttel (fan) Noch in diesem Jahr sollen am Industriestandort eine Wind-to-Gas-Anlage und ein Batteriespeicherkraftwerk für insgesamt sieben Millionen Euro gebaut werden. Mit den notwendigen Genehmigungen und einem Förderbescheid des Bundes in Höhe von zwei Millionen Euro kann die Betreibergesellschaft Wind-to-Gas Südermarsch GmbH & Co KG im neuen Jahr endlich loslegen. Zurzeit arbeite man an der Ausschreibung für das Millionenprojekt, sagt Prokurist Tim Brandt gegenüber unserer Zeitung. „Im nächsten Schritt werden wir dann die Aufträge für die Errichtung der Anlagen vergeben“, so Brandt weiter.

Gleichzeitig wird der für das Vorhaben notwendige Windpark mit fünf Windkraftanlagen mit zusammen 15 Megawatt am Rande der Schleusenstadt gebaut. Der überschüssige Windstrom wird in der Wind-to-Gas-Anlage in Wasserstoff umgewandelt und ins Erdgasnetz eingespeist. Mit Wasserstoff können Autos betankt oder Turbinen betrieben werden. Die Anlage wird auf einer Fläche in Ostermoor gebaut – nur unweit davon soll zusätzlich ein Batterie-Speicherkraftwerk entstehen. Für das Vorhaben hatte das Start-up-Unternehmen mit der Stadt Brunsbüttel im November vergangenen Jahres einen Durchführungsvertrag geschlossen. Mit dem Spatenstich rechnet Tim Brandt bereits im Frühjahr dieses Jahres, sodass beide Anlagen noch in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen können. „Das sind nur die ersten Schritte. Wir sehen in Brunsbüttel ein riesiges Potenzial gerade auch für die Industrie“, erläutert der Prokurist. Im zweiten Schritt will das Unternehmen dann ein Wasserstoff-Tankstellen-Konzept für die Westküste erarbeiten.

Noch ist das ganze Projekt allerdings ein Forschungsvorhaben für eine spätere industrielle Anwendung. Daher wird es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) über das Förderprogramm „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ gefördert und ist Teil der norddeutschen Innovationsallianz „NEW 4.0“.

Für den Stellvertreter der Egeb-Wirtschaftsförderung Volker Jahnke ist die Wind-to-Gas-Unternehmung ein Vorzeigeprojekt. „Wir wollen uns als Modellregion im Bereich der Energiewende darstellen und können es mit diesem Projekt auch handfest belegen“, sagt Jahnke.

Autor: Stefan Schmid, Boyens Medien Brunsbüttel

Viel Bürokratie, viele Unklarheiten

Grünen-Politiker informieren sich über Wind to Gas-Projekt

Aus Wind wird Wasserstoff: Die Grünen-Politiker (von links) Kerstin Hansen, Bernd Voß, Valerie Wilms und Ruth Kastner besuchten in Brunsbüttel die Planungsgesellschaft Wind to Gas.
Foto: Thaden

Brunsbütteler Zeitung – 26.08.2016
Brunsbüttel Vor zwei Jahren veranstalteten die Grünen ihren Parteitag in Brunsbüttel unter dem Titel „Von der Energiewende zur Industriewende“. Dass einige Investoren im Bereich erneuerbarer Energien schon weiter sind als so mancher Politiker, davon konnten sich jetzt Grünen-Politiker aus Kreis, Land und Bund überzeugen.

Brunsbüttel, genauer gesagt die Planungsgesellschaft Wind to Gas Südermarsch, war gestern ein Stopp im Rahmen der Sommertour des Grünen Landtagsabgeordneten Bernd Voß. Gemeinsam mit der Landesvorsitzenden Ruth Kastner, der Fraktionsvorsitzenden im Kreistag Kerstin Hansen und der Bundestagsabgeordneten Valerie Wilms informierte sich Voß auf der Südseite über den Stand des von der Entwicklungsgesellschaft Egeb betreuten Projektes. Aus dem in der Region reichlich vorhandenen Windstrom soll bei dem Projekt mithilfe einer Elektrolyse-Anlage Wasserstoff gewonnen werden, der in der benachbarten Industrie oder an Tankstellen Abnehmer finden könnte. Des Weiteren soll ein Batteriespeicher-Kraftwerk als Energiespeicher errichtet werden. Das Investitionsvolumen, so erfuhren die Politiker von Wind to Gas-Prokurist Tim Brandt, liegt bei rund 30 Millionen Euro. Die in Brunsbüttel betriebene Anwendungsforschung wird unter anderem vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert, doch den größten Teil der Investitionen müssen die beteiligten Partner, zu denen etwa das Itzehoer Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie gehört, im Alleingang stemmen.

Über die gestellten Förderanträge soll laut Brandt bis Ende des Jahres beschieden worden sein. Projekte wie das der Wind to Gas-Planungsgesellschaft sind Wasser auf den Mühlen der Grünen-Politiker. „Das sind vielversprechende Ansätze, die wir hier kennengelernt haben“, so der für die Kreise Dithmarschen und Steinburg zuständige Abgeordnete Bernd Voß. Dass mehrere Unternehmen und Institute zusammenarbeiten und finanziell in Vorleistung gehen, zeige das vorhandene Vertrauen in die richtige Richtung der Forschung. „Es ist gut zu sehen, dass viele Ideen aus dem Mittelstand kommen. Und es ist Pionierarbeit. Hier gibt es noch kein Geld zu verdienen“, merkt Valerie Wilms an.

Natürlich haben die Politiker von den praktischen Forschern einen ganzen Strauß an Wünschen mit auf den Weg bekommen. Das fängt schon mit der Frage nach der Bürokratie an. „Es entsteht bei einem Projekt wie diesem ein erheblicher Verwaltungsaufwand“, so Voß. Da komme bei den Beteiligten schon manchmal Frust auf. Auf Landesebene sei für Politik und Verwaltung für Voß vor allem eines wichtig: „Dass wir eine vernünftige Landesplanung hinbekommen.“ Die Neuordnung der Landesplanung regelt das Aufstellen von Windmühlen, was mittelbar auch Auswirkungen auf Projekte wie Wind to Gas habe. Tatsächlich sitzen Projekte wie das Brunsbütteler oft zwischen den Stühlen: So sind derzeit Power-to-Gas-Anlagen in Deutschland nach wie vor als „Letztverbraucher“ eingeordnet, weil eine Kategorie wie „Speicher“ fehlt. Dadurch aber fällt eine EEG-Umlage an. Der eigentliche Knackpunkt sei damit die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes auf Bundesebene–und hier sind die grünen Politiker als Oppositionspartei mit den jüngsten Beschlüssen der Großen Koalition längst nicht einverstanden. Bundestagsabgeordnete Wilms sagt: „Die Energiewende wird ausgebremst dadurch, dass unnötige Hindernisse aufgebaut werden.“ Laut Kastner müsse es der Anspruch der Politik sein, die herrschenden gesetzlichen Unklarheiten zu beseitigen und für Verlässlichkeit zu sorgen. Das sei jedoch nicht der Fall, und die Folgen bekommt etwa Kerstin Hansen im Kreistag zu spüren: „Windkraftanlagen müssen stillstehen, das führt zu Kritik. Die Energiewende verliert dadurch an Akzeptanz.“ Wind to Gas könnte, da sind sich die Grünen-Politiker einig, einen möglichen Ausweg bieten. Das Projekt stehe Schleswig- Holstein als Energieexportland gut zu Gesicht. Grundsätzlich ist Brunsbüttel für Ruth Kastner der richtige Ort für ein Projekt vom Schlage Wind to Gas: „Platz ist ausreichend vorhanden, und auch Abnehmer sind durch die benachbarte Großindustrie da.“

Autor: Marc Thaden, Brunsbütteler Zeitung

Pionierarbeit am Industriestandort

Ende des Jahres sollen die ersten Aufträge für Wind-to-Gas-Projekt erfolgen

Wind-to-gas

Feilen an der Umsetzung des Konzeptes sowie an den entsprechenden Förderanträgen (von links): Martina Hummel-Manzau, Geschäftsführerin der Egeb-Wirtschaftsförderung, Tim Brandt, Prokurist von Wind-to-Gas Südermarsch, und Egeb-Projektleiter Volker Jahnke.
Foto: Egeb

Brunsbütteler Zeitung – 13.08.2016
Brunsbüttel (fan) Der Wind weht, aber die Windkraftanlagen stehen still – ein alltägliches Bild an der Westküste. Die Gründe dafür sind bekannt: Es fehlt an Leitungskapazitäten und an geeigneten Speichermöglichkeiten. Mit Unterstützung von Partnern will die Firma Wind-to-Gas Südermarsch das Problem jetzt in Brunsbüttel angehen.

Das Unternehmen sieht unter anderem den Bau einer mit Windstrom betriebenen Elektrolyse-Anlage vor. Der dann gewonnene Wasserstoff wird in die Gasnetze der Industrie und der Stadt eingespeist oder kann in komprimierter Form an Tankstellen ausgeliefert werden. Darüber hinaus will das Unternehmen ein Batteriespeicher-Kraftwerk zur Absicherung gegen Stromnetzschwankungen errichten. „Wir wollen mit dem Projekt in zukunftsträchtige Märkte starten, die es eigentlich noch gar nicht gibt. Es handelt sich dabei um eine industrielle Anwendungsforschung, die daher auch vom Bundeswirtschaftsministerium unterstüzt wird“, berichtet der Prokurist des Unternehmens, Tim Brandt.

Seit der ersten Idee wird das Vorhaben von der Wirtschaftsförderung der Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel (Egeb) begleitet. „Das Power-to-Gas-Projekt in Brunsbüttel ist überaus bedeutsam für die gesamte Metropolregion, um die Norddeutsche Energiewende erlebbar und begreifbar werden zu lassen“, sagt Egeb-Geschäftsführerin Martina Hummel-Manzau. Auch Kurt-Christoph von Knobelsdorff, stellvertretender Staatssekretär und Brunsbüttel-Koordinator im schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministerium, ist von dem Konzept überzeugt: „Dahinter verbirgt sich erhebliches Industrialisierungspotenzial für Schleswig-Holstein.“ Projekte wie dieses zielten auf Nutzung dieses Potenzials und brächten Schleswig-Holstein in eine Pionierrolle auch für die nächste Stufe der Energiewende, so der stellvertretende Staatssekretär gegenüber unserer Zeitung. „Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Vorhaben deshalb nach Kräften“, sagt er.

Wenn alle Gremien und Behörden zustimmen, können bereits Ende des Jahres die ersten Aufträge vergeben werden. Im Idealfall sind Ende 2017 die Bauarbeiten abgeschlossen und die Anlagen können in Betrieb gehen. Während die fünf Windkraftanlagen in Brunsbüttel-Nord errichtet werden sollen, sieht der Projektträger für die Elektrolyse-Anlage und ein dazu gehöriges Besucherzentrum das Gelände des Biomasse-Heizkraftwerks im Industriepark vor. Das Batteriespeicher-Kraftwerk, das in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie gesteuert werden soll, soll hingegen am Umspannwerk Ostermoor gebaut werden. Darüber hinaus plant das Unternehmen, voraussichtlich an zwei bereits vorhandenen Tankstellen ein Wasserstoff-Erdgasgemisch für entsprechend ausgerüstete Fahrzeuge anzubieten. Außerdem gibt es im Brunsbütteler Industriepark zahlreiche Wasserstoff-Großverbraucher. Egeb-Projektleiter Volker Jahnke, der das Vorhaben von Seiten der Wirtschaftsförderung betreut, sieht in den Investitionen eine hervorragende Chance für die Region: „Wenn die Umsetzung gelingt, sind wir ein bundesweiter Vorreiter.“

 

Autor: Brunsbütteler Zeitung

Zweifel ausgeräumt

Bauausschuss gibt grünes Licht für Wind-to-Gas-Anlage

Brunsbütteler Zeitung – 16.07.2016
Brunsbüttel (fan) Der Bauausschuss hat seine Zweifel an dem geplanten Wind-to-Gas-Projekt ad acta gelegt. Einstimmig gaben die Politiker am Donnerstagabend grünes Licht für das 32 Millionen Euro teure Vorhaben. Vielleicht war es am Ende die Intervention der Landesregierung, die die Ausschussmitglieder überzeugte. Extra aus Kiel kam Kurt-Christoph von Knobelsdorff am Donnerstagabend angereist. Der Abteilungsleiter für Wirtschaft im Kieler Wirtschaftsministerium stellte sich hinter das Vorhaben der Wind-to-Gas Südermarsch (W2G). Für die Landesregierung sei die Errichtung einer strom-regulativen Wind-to-Gas-Anlage, in der aus Windstrom Wasserstoff und synthetisches Erdgas erzeugt wird und mit einem Batteriespeicher-Kraftwerk gekoppelt ist, ein Schaufenster-Projekt im Rahmen der „NEW 4.0“-Initiative von Hamburg und Schleswig-Holstein, sagte der stellvertretende Staatssekretär.

Kurt-Christoph von Knobelsdorff

Es stelle die nächste Stufe der angestrebten Energiewende der Bundesregierung dar und gehöre durch die Erzeugung von Erdgas und das Vorhandensein potenzieller Abnehmer in der Industrie in den Brunsbütteler Industriepark. „Es wäre daher schade, wenn das Projekt heute Abend Schiffbruch erleidet“, appellierte von Knobelsdorff an den Bauausschuss.

Foto: Kurt-Christoph von Knobelsdorff

Noch vor drei Wochen hatte der Bauausschuss der Projektgesellschaft von Wind-to-Gas vorgehalten, mit dem geplanten Windpark am Bauernweg eher an der Stromproduktion und deren Vermarktung interessiert zu sein. Brunsbüttels Politiker sehen aber vor allem die Stromspeicherung im Vordergrund. „Wir hoffen, dass dann auch schnell der komplette Ausbau des Speicher-Kraftwerks kommt“, sagte SPD-Ratsherr Jürgen Abromeit. Da bereits Wind-to-Gas-Anlagen in Deutschland betrieben werden, hielt er das Vorhaben nicht wirklich für ein Schaufenster-Projekt. Dem widersprach von Knobelsdorff.

Wind-to-Gas sei eben nicht gleich Wind-to-Gas. In diesem Fall gehe es um die Speicherung von Strom im großen Maßstab und die Produktion von synthetischen Stoffen für die Industrie. „Dieser Standort ist ideal dafür“, so der Abteilungsleiter aus dem Wirtschaftsministerium. Er räumte ein, dass aufgrund der derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen eine Wirtschaftlichkeit der geplanten Anlage fraglich sei. Um dem entgegenzuwirken, habe die Landesregierung aus Berlin die Zusage für eine Ausnahmeregelung erhalten, sagte von Knobelsdorff. Nach diesen Ausführungen waren die Zweifel im Ausschuss auch verflogen. Forschung sei nie vorhersehbar, daher sollte man dem Projekt eine Chance geben, sagte Ratsfrau Bettina Jebens (FDP). „Für die Grünen war es von Anfang an ein Vorzeigeprojekt“, machte Christian Barz (Grüne) deutlich. Er bedauerte allerdings, dass man für das Wind-to-Gas-Vorhaben nicht einfach den überschüssigen Windstrom nutzen könnte und nun einen neuen Windpark errichten muss. Auch CDU und SPD hegten keine großen Vorbehalte mehr. Allerdings verlangte Wilhelm Malerius (SPD), die vorgelegte Verpflichtungserklärung der künftigen Betreiber an den vorhabenbezogenen B-Plan zu koppeln. Damit hatte der anwesende Tim Brandt, Prokurist der Planungsgesellschaft, kein Problem. So stand einem einstimmigen Beschluss über die Änderung des F-Plans und die Aufstellung des vorhabenbezogenen B-Plans nichts im Weg.

Autor: Brunsbütteler Zeitung

Brunsbüttel: Erdgas aus Windstrom

Projekt mit namhaften Partnern geplant

So könnte eine Pipeline aussehen – eine Simulation auf der Internetseite von Wind to Gas Südermarsch

Speicherung von Ökostrom im Gasnetz: So könnte eine Pipeline aussehen – eine Simulation
auf der Internetseite von Wind to Gas Südermarsch.
Foto: Wind to Gas Südermarsch/Quelle: istockphoto

Brunsbütteler Zeitung – 10.03.2016
Brunsbüttel
(fan) Die Planer einer Wind-to-Gas-Anlage mit Speicher in Brunsbüttel müssen Geduld haben: Ihr Vorhaben befindet sich mitten im Bauleitverfahren der Stadt. Ende Februar wurde ein Förderantrag im Berliner Wirtschaftsministerium abgegeben. Vielleicht weiß Tim Brandt in zwei Monaten schon mehr.

Tim Brandt

Der Gesellschafter und Prokurist der Planungsgesellschaft Wind to Gas Südermarsch (W2G) mit Sitz in Marne rechnet mit ersten behördlichen Weichenstellungen für das 32 Millionen Euro teure Vorhaben im Mai. Am Montag musste Brandt zunächst die öffentliche Anhörung im Bauamt bestreiten. Der Bauausschuss will sich auf einer seiner nächsten Sitzungen zunächst mit den Landesbehörden über das Projekt unterhalten.

Foto: Tim Brandt

Das Rathaus, so Brandt, stehe hinter dem Vorhaben. Daher muss sich der Projektierer vorerst in Geduld üben, auch wenn für ihn und die anderen 15 Gesellschafter alles klar ist: Sie sind nach wie vor von der Notwendigkeit einer Power-to-Gas-Anlage, in der aus Windstrom Wasserstoff und synthetisches Erdgas entstehen soll, im Rahmen der Energiewende überzeugt. Die Anlage soll zusammen mit einem Batteriespeicher-Kraftwerk im Industriegebiet am Holstendamm gebaut werden. Dafür favorisiert die Gesellschaft zwei Standorte. Der notwendige Strom soll von einem eigenen 15-Megawatt-Windpark kommen, der am Bauernweg errichtet wird. Für die von der Bundesregierung gewünschte Energiewende seien solche Speicher-Kraftwerke notwendig, betont der Prokurist von W2G.

„Wir Gesellschafter sind absolut davon überzeugt, dass dies kommen muss und wird.“Allerdings: Die Frage sei wann, setzt der Marner hinzu. Die Gesellschaft Wind to Gas Südermarsch arbeitet nach den Worten Brands konsequent darauf hin. Deshalb sei Ende Februar der Förderantrag an das Bundeswirtschaftsministerium gestellt worden. Demnächst stünden Gespräche mit der von Berlin beauftragten Projektgesellschaft Jülich an, so Brandt weiter. Zwischen 30 und 40 Prozent Förderung während einer Laufzeit von vier Jahren könnte Berlin auf die Projektkosten dazu geben. „Notfalls versuchen wir, das Vorhaben aber auch alleine zu stemmen“, sagt der Prokurist. Einen ersten Etappenerfolg hat es mit dem vorläufigen Prüfbericht der Schleswig-Holstein Netz AG gegeben. Der sei für die Einspeisung ins öffentlich Gasnetz positiv ausgefallen, so Brandt. Zunächst will das Unternehmen nach seinen Worten „grünen“ Wasserstoff erzeugen. „Damit wird das Erdgas im Netz aufgewertet.“ Auch eine deutschlandweite Vermarktung des Windgas-Produkts sei denkbar. Ein Abnehmer könnte Audi für dessen mit Erdgas betriebenen Serienfahrzeug A3-gtron sein.

Autor: Stefan Schmid, Boyens Medien Brunsbüttel

Brunsbüttel: Erdgas aus Windstrom

Projekt mit namhaften Partnern geplant

Norddeutsche Rundschau – 22.10.2015
Brunsbüttel Ein ehrgeiziges Projekt könnte den Energiestandort Brunsbüttel ein Stück nach vorne bringen: die Erzeugung von Gas, vornehmlich für Fahrzeugtreibstoff, aus Windstrom. Im Bauausschuss stellte am Dienstagabend Tim Brandt, Prokurist der im April gegründeten Wind to Gas Südermarsch GmbH & Co KG das Vorhaben vor. Dazu gehört auch ein Windpark, voraussichtlicher Standort könnte im Industriegebiet am Holstendamm sein.
Hinter dem Unternehmen stehen zunächst einmal drei Windmüller. Denen ist es inzwischen gelungen, mit dem Windkraftanlagenhersteller Enercon, dem Autokonzern Audi und dem österreichischen Traktorenhersteller Case IH Steyr ebenso prominente wie finanziell potente Partner an Bord zu holen. Die Ergebnisse eine Machbarkeitsstudie werden bis Jahresende erwartet. Klappt alles wie von dem jungen Unternehmen erhofft, sollen bereits Anfang 2016 die ersten Anträge gestellt werden.
Die Idee hinter dem Projekt ist simpel: Immer wieder müssen gerade auch in Dithmarschen Windkraftanlagen abgeregelt werden, weil das Netz den erzeugten Windstrom nicht aufnehmen kann. Daran werde auch der Ausbau der 380-Kilovolt-Leitung nichts ändern, so Tim Brandt im Ausschuss. Da gleichzeitig Projektpartner Audi den mit Erdgas betriebenen Anteil seiner Fahrzeuge deutlich ausbauenmöchte – der Ingolstädter Konzern hat gerade in Niedersachsen die weltgrößte Anlage zur Erzeugung von Gas aus Windstrom errichtet – werden hier gute Perspektiven gesehen. Kreisweit kann sich Hans-Reimer Thießen, Geschäftsführer der Planungsgesellschaft Wind to Gas Brunsbüttel GmbH& Co KG, in diesem Zusammenhang ein Netz von Erdgastankstellen vorstellen. Zugleich will auch Steyr den Schritt mit umweltfreundlichen, gasbetriebenen Traktoren in der Landwirtschaft forcieren.

In Kronprinzenkoog, wo die Wind to Gas Südermarsch ihren Ursprung hat, steht ein Prototyp des Treckers, ein Imagefilm dazu ist geplant. Und Enercon wäre ebenfalls als Kapitalgeber dabei,würde die nötige Logistik liefern und letztlich für seine Fahrzeugflotte in Brunsbüttel erzeugtes Gas abnehmen. „Abregeln von Windparks durch unzureichendenNetzausbau ist nicht länger tragbar“, steht für Tim Brandt fest. Den Windstrom dagegen zu nutzen, ummit seiner Hilfe Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufzuspalten und durch die Zugabe von Kohlendioxid zu synthetischem Erdgas zumachen, habe dagegen Zukunft.

Infrastruktur im Industriegebiet nutzen

Und Brunsbüttels Industriegebiet biete die nötigen Infrastruktur-voraussetzungen für ein solches Vorhaben. Die angepeilte Gaserzeugungsanlage benötigt laut Brandt gerade mal eine Grundfläche von 40 mal 65 Metern. „Das sieht aus wie ein typische Anlage in der chemischen Industrie.“ Lagerprobleme gebe es nicht, betonte er. Das erzeugte Gas werde in das vorhandene Pipelinesystem für Erdgas eingespeist, so dass der Abnehmer irgendwo in der Bundesrepublik sein könne. AlsKonkurrenz zu demin Brunsbüttel geplanten Terminal für Flüssiggas sieht Brandt sein Projekt nicht. Im Bauausschuss kam die Idee gut an. VorsitzenderMichael Kunkowski (CDU) hatte sich bereits die Anlage von Audi angesehen. WilliMalerius (SPD) signalisierte Unterstützung, um das Projekt zum Laufen zu bringen und Bettina Jebens (FDP) hielt das Vorhaben für eine gute Alternative auf dem Weg der Energiewende. Die sieht bis 2050 eine 80-prozentige Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Quellen vor.

Autor: Ralf Pöschus, Norddeutsche Rundschau

Aus Windstrom Erdgas machen

Investoren wollen eine Power-to-Gas-Anlage im Industriepark bauen

Tim Brandt und Hans-Reimer Thießen


Wollen Windstrom direkt vermarkten: Tim Brandt (links) und Hans-Reimer Thießen stellten die Pläne im Bauausschuss vor. Foto: Schmid

Brunsbütteler Zeitung – 22.10.2015
Brunsbüttel
(fan) Aus Windstrom synthetisches Erdgas erzeugen: Eine solche Anlage möchte eine neue Gesellschaft mit verschiedenen Investoren in Brunsbüttel im Industriepark errichten. Das Projekt wurde am Dienstagabend im Bauausschuss vorgestellt.
Die Abkürzung „W2G“ klingt etwas konspirativ, aber es steht einfach für „Wind to Gas Südermarsch“. In der gleichnamigen, im April dieses Jahres gegründeten Planungsgesellschaft mit Sitz in Marne sind mittlerweile 16 Kommanditisten vereint, die einen neuen Markt im Bereich der erneuerbaren Energien wittern. Der Ausgangspunkt für einen Projektierer wie Tim Brandt ist die Tatsache, dass der überschüssige Strom aus Windparks zum einen nicht gespeichert und zum anderen aufgrund der Netzengpässe nicht eingespeist werden kann. „Hier wollen wir ansetzen“, sagte der Prokurist der Projektgesellschaft in seinem Vortrag im Bauausschuss.

Im Boot als Partner haben Brandt und sein Geschäftsführer Hans-Reimer Thießen mit Enercon, Audi und dem österreichischen Unternehmen Steyr bereits große Verbündete und mögliche Investoren sowie Abnehmer des synthetischen Erdgases (SNG), das in einem Energiespeicherpark am Holstendamm hergestellt werden soll. Laut Brandt betreibt Audi bereits eine solche Powerto- Gas-Anlage im niedersächsischen Werlte, in der Gas für den Audi A3 g-tron und ab 2017 für den A4 g-tron hergestellt wird. Bei dem Versuch, „neue Wertschöpfungsketten zu finden“, will Wind-to-Gas einen eigenen Windpark mit 15 Megawatt errichten, dessen Strom durch den sogenannten Elektrolyse-Prozess in Wasserstoff umgewandelt wird. Der Wasserstoff wiederum wird durch die Bindung von CO2 zu synthetischem Erdgas verarbeitet – das sogenannte SNG, das laut Brandt vor allem Industriepark begehrte Abnehmer hat. „So eine Anlage gehört nicht auf die grüne Wiese, sondern mitten in einen Industriepark“, meint der Prokurist. Aus diesem Grund halten die Investoren Brunsbüttel auch für einen idealen Standort.

Endkunden außer den Chemiewerken gibt es nach Darstellung von Tim Brandt reichlich: Das Gas kann in Privat- Pkw, im ÖPNV, für Lkw-Flotten sowie für die Betankung von Traktoren verwendet werden.Case ih Steyr hat bereits einen solchen Gas-Traktor entwickelt, der kurz vor der Serienreife steht. Zum Projekt der Wind-to-Gas Südermarsch GmbH & Co. KG gehören auch der Bau eines MW-Batteriespeichers auf der Grundlage der Lithium-Ionen-Technologie sowie die Konzipierung eines Klein-Batteriespeichers. Aus diesem Grund wolle man in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungsinstituten an neuen Speicherprojekten in dem Brunsbütteler Park arbeiten, so Brandt.

Noch Ende des Jahres will die Gesellschaft ihr Gesamtkonzept erstellt haben, im Januar soll bereits der Bauantrag für den Windpark samt Power-to-Gas-Anlage beim Bauamt eingereicht werden. Der Bauausschuss wird den Investoren auch keine Steine in den Weg rollen – im Gegenteil. Mit den Plänen renne die Gesellschaft offene Türen bei der Stadt ein, so Ausschussvorsitzender Michael Kunkowski (CDU).

Autor: Stefan Schmid, Boyens Medien Brunsbüttel

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